Taschenkrebse alias "Knieper"

 

Was sind denn Knieper?

Der Begriff Knieper ist ein helgoländisches Wort für „Kneifer“. Nomen est Omen – Taschenkrebse (Cancer pagurus) können tatsächlich stark zukneifen. Eben diese kräftigen wehrhaften Scheren sind eine Delikatesse und werden auf Helgoland als „Knieper“ vermarktet und beispielsweise als Kniepersalat serviert. Die Hochdeutsche Bezeichnung „Taschenkrebs“ leitet sich vermutlich vom gekerbten Panzerrand ab, der wie ein aufgenähte Ledertasche aussieht.

 

Taschenkrebse sind eine kulinarische Besonderheit. In Spanien und Portugal werden sie als ganzer Krebs zum Genuss für den ganzen Abend. Mit dem richtigen Wein, der aus den Taschenkrebsen gewonnene delikaten Soße und frischem Brot werden sie zum Traum für jeden Seafood-Liebhaber. Wer einen ganzen Taschenkrebs verspeisen möchte, benötigt etwas Geduld, um an das köstliche Fleisch zu gelangen. Jedoch lohnt der Aufwand. Denn nach 2 Stunden, am besten zu Zweit und bei einer guten Flasche Wein (wir empfehlen Vino Verde), sind vom Nährwert mit einem ausgedehnten Fondue zu vergleichen.

Merkmale eines Taschenkrebs

Taschenkrebse besitzen den für Krabben typischen Körperbau mit einem deutlich verkürzten Hinterleib. Die maximale Länge des Rückenpanzers liegt bei ca. 20 cm, die maximale Breite bei rund 30 cm. Die Farbe ist einheitlich rötlich-braun, bei jungen Tieren kann die Farbe in Richtung Purpur tendieren.

Die Knieper der Taschenkrebse sind in der Regel gleichartig gestaltet. Die Spitze des Scherenfingers (Dactylus) ist auffällig schwarz gefärbt.

Habitat

 

Der Taschenkrebs hat seine natürliche Verbreitung im Ostatlantik sowie der Nordsee, vom nördlichen Marokko bis in den Norden Norwegens bei etwa 70°N. Der Taschenkrebs ist die einzige Krabbe in der Nordsee, die im größeren Umfang befischt wird. Jedoch haben aktuelle Forschungen haben ergeben, dass um Helgoland herum der Bestand der Taschenkrebse wächst. Nicht zuletzt begünstig die allgemeine Klimaerwärmung das Wachstum der Bestände, da die Taschenkrebse nicht zu den kälteliebenden Arten zählen.

Der Taschenkrebs ist ein bodenlebendes Meerestier, welcher im Gezeitenwatt bis in mittleren Meerestiefen vorkommen. Bei einer Tiefe von 6 bis 900 Metern und auf sandigen und felsigen Grund.

Der nachtaktive Taschenkrebs ist vorwiegend ein Fleischfresser. Er ernährt sich von diversen Krebstieren, Fischen, Weichtieren, Stachelhäutern. Er gilt als Allesfresser. Daher stehen unter anderem die Gemeine Strandkrabbe (Carcinus maenas), die Große Strandschnecke (Littorina littorea) und die Europäische Auster (Ostrea edulis) auf dem Speiseplan.

Befischung der Taschenkrebse

Taschenkrebse werden mit Korbreusen gefangen oder werden als Beifang von Trawlern gefischt.
In manchen skandinavischen Ländern hat man damit angefangen, den wachsenden Bestand gezielter kommerziell zu befischen. Das Fleisch dieser Tiere wird in manchen asiatischen Ländern sehr geschätzt und ist daher ein erfolgreicher Exportartikel. Übrigens werden hier bei der kommerziellen Fischerei Eier tragende Weibchen und frisch gehäutete Taschenkrebse wieder ins Meer zurückgesetzt, um die Fischerei nachhaltig zu gestalten.

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