Hummer

Der HelgolÀnder - oder aus Nova Scotia?

Hummer - Panzer der Meere

Generell unterscheiden wir zwischen den amerikanischen und europĂ€ischen Hummern. Sie unterscheiden sich in Form, Aussehen, Geschmack und leider auch im Einkaufspreis. Kaum zu glauben, dass der Kanadische Hummer zum Anfang des 20. Jahrhunderts an den KĂŒsten Amerikas und Kanadas als „Arme Leute Essen“ galt und sogar an Schweine verfĂŒttert wurde. FĂŒr die Feinschmecker ist er der König unter den Krustentieren. Der europĂ€ische Hummer, auch „Der Blaue“ genannt, ist wirtschaftlich nur noch in Norwegen,Scotland und Irland von Bedeutung. Die ĂŒbrigen FĂ€nge, bis hin zum Mittelmeer, sind Gering und werden unmittelbar nach dem Fang auf den örtlichen FischmĂ€rkten verkauft. Die Fangzahlen des HelgolĂ€nder Hummers, frĂŒher eines der Haupteinnahme-Quellen Helgolands, sind von ca. 80.000 StĂŒck Anfang des 20. Jahrhunderts auf etwa 600 StĂŒck in den letzen Jahren gesunken. Das Fleisch der „EuropĂ€er“ ist fester, hat feinere Fasern und ist auch im Geschmack intensiver. Der Körper ist schlanker und die Scheren sind nicht so wuchtig wie die der amerikanischen Kollegen. Die EuropĂ€sche Fangsaison startet meistens im Juni und endet im Oktober, wenn sich „Der Blaue“ weger sinkender Wassertemperaturen fĂŒr den Winter in die Tiefe verabschiedet.

Die "Amerikaner" werden ganzjĂ€hrig in die „Alte Welt“ geflogen. Im Styropor-Karton, gut gekĂŒhlt und mit Seetang oder feuchten Zeitungen gegen das Austrocknen geschĂŒtzt. Lebend angekommen werden sie in speziellen Hummeranlagen „retanked“ und nicht mehr wie frĂŒher einfach nur im KĂŒhlraum „aufbewahrt“.

Die Firma Aqua Medic (Bissendorf) war weltweit die erste Firma, die spezielle Hummeranlagen entwickelte. Diese Anlagen sind durch komplexe Wasseraufbereitung mittels biologischer Filter in der Lage, annĂ€hernd die WasserqualitĂ€t des Atlantiks zu gewĂ€hrleisten. So leben die Tiere artgerecht bis zum Verzehr und unsere GĂ€ste genießen Hummer „direkt“ aus dem Meer.

ZurĂŒck zu den“Homarus Americanus“. Sie werden in riesigen Mengen an den amerikanischen KĂŒsten von Alaska bis Florida gefangen. Ein Teil des Sommerfangs, in speziellen HĂ€lterungsanlagen gefĂŒttert und die „Offshore“ (Hochsee) - Fischerrei versorgt Europa in den Wintermonaten mit lebenden Hummer. Sowohl in Europa wie auch insbesondere in Amerika wird sehr viel fĂŒr die Nachhaltigkeit dieser „Panzer der Meere“ getan. Inzwischen ist man in der Lage, Hummerlarven heranzuziehen um sie nach den ersten Lebensmonaten im Meer auszusetzen.

Noch ein kurzes Wort zu „der arme Hummer“:
Der Mensch ernĂ€hrt sich vielseitig, dazu gehört zumeist auch Fleisch und Fisch. Wir sind aber der Meinung, dass die Tiere, die wir essen, einen Anspruch auf artgerechte Haltung bis zum Verzehr haben und wĂŒrden uns sehr freuen, wenn die HĂ€hnchen das gleiche Privileg hĂ€tten.

Hummer gehört in unseren Breitengraden sicherlich nicht zu den gewöhnlichen Tagesgerichten. ZwangslĂ€ufig gibt es gelegentlich eine gewisse Scheu und manchem stellt sich die Frage: Wie werd‘ ich mit dem „Kerl“ fertig? VerstĂ€ndliche Frage, das Leckere ist durch einen starken Panzer geschĂŒtzt. Im Restaurant wird der Hummer natĂŒrlich fĂŒr sie fachgerecht zerlegt. FĂŒr sie zu Hause haben wir eine Fotoserie erstellt. Sie illustriert, wie mit ein paar leichten Handgriffen an das leckere Hummerfleisch zu gelangen ist.